DVAG – Individuelle Standards zahlen sich aus

Standards und Kostenkontrolle sind unerlässlich, um die IT-Ausgaben einzudämmen. Das muss nicht automatisch zu einer Discount-IT führen. Die Deutsche Vermögensberatung AG schafft es, sowohl finanziell als auch funktional im Spitzenfeld zu liegen.

Christian Glanz, IT-Vorstand der DVAG.
Christian Glanz, IT-Vorstand der DVAG.

Mit Geld kennen sich die Mitarbeiter der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) aus – der größte eigenständige Finanzvertrieb Deutschlands vermittelt seit 1975 Finanz- und Versicherungsprodukte verschiedener Anbieter. Das Unternehmen erzielt dabei seit Jahren Überschüsse und hat zudem durch eine hohe Eigenkapitalquote ein entsprechend großes Polster an Reserven. So lag es auch nicht am Sparzwang, dass Christian Glanz seine IT-Organisation 2011 erstmals mit einem Benchmark analysieren ließ: „Wir wollten einfach die Gewissheit haben, als Branchenprimus und Vorreiter in der IT-basierenden Vertriebsunterstützung nicht nur qualitativ, sondern auch finanziell gut unterwegs zu sein“, erinnert sich der IT-Vorstand der DVAG an die erste Standortbestimmung.

Hauptauslöser für die systematische Überprüfung waren Diskussionen im Unternehmen, dass die Kosten der IT stetig zulegen würden. „Dabei liegt ein Anstieg in der Natur der Sache“, sagt Glanz: Wachsende Leistungsmengen etwa bei Servern und Speichern, steigende Preise für Wartung und Entwicklung oder die zunehmende Komplexität durch neue Applikationen und Devices halten die IT unter Dampf. Rund 650 Mitarbeiter in der Frankfurter Zentrale erbringen Services für die insgesamt 37.000 freiberuflichen Vermögensberater im Außendienst der DVAG. Die IT-Abteilung umfasst etwa 350 Mitarbeiter mit einem Budget im mittleren zweistelligen Millionenbereich.

Die Resultate aus bereits zwei erfolgten Benchmarks mit dem Münchener Anbieter Maturity sprechen eine deutliche Sprache: „Wir sind in allen Services günstiger und produktiver als der Durchschnitt der Vergleichsgruppe, also der relevanten Peer Group“, sagt IT-Vorstand Glanz, der seine Herangehensweise bestätigt sieht. Wer aus den Ergebnissen auf eine „Discount-IT“ bei der DVAG schließt, liegt indes falsch. Standardlösungen ohne Anpassungen, die gemeinhin als Garant für niedrige IT-Kosten gelten, sind Glanz zufolge keine strategische Leitlinie des Frankfurter Unternehmens, im Gegenteil: „Als Vorreiter der Allfinanzidee sind wir in der Situation, dass wir für uns die Standards selbst setzen müssen.“

So leistete sich die DVAG von 2003 bis 2007 die komplette Neuentwicklung eines umfangreichen Online-Systems für die Anbindung der Vermögensberater: „In der Versicherungsbranche gab es damals solche Plattformen nicht – und es wurde als enorme Herausforderung angesehen, dass wir ein solches System selbst entwickeln wollten.“ Im Dialog mit den Anwendern wird die Software seither stetig weiterentwickelt, jeden Monat gibt es einen Release-Wechsel mit zusätzlichen Funktionen und technischen Änderungen. „Der Pflegeaufwand ist hoch“, argumentiert Glanz, „aber es geht schließlich um unser Kerngeschäft.“

Außerdem hat die DVAG in den vergangenen Jahren zusätzlich kräftig investiert. Redundante Systeme zur Sicherstellung eines hochverfügbaren Betriebes wurden installiert, und in einem neuen Service-Control-Center werden alle Applikationen von internen Spezialisten rund um die Uhr überwacht. „Die Aufgabe haben wir von einem Dienstleister zurück ins Haus geholt, um die Abläufe zu straffen“, berichtet der IT-Vorstand. Und es geht weiter: Im vergangenen Jahr baute die IT eine interne DVAG-Cloud auf, und künftig soll die Komplexität der verschiedenen Anwendungen bereinigt werden – Prozesse glätten, Schritte reduzieren, die Abläufe der Vermögensberater vereinfachen.

Mit dem Anspruch des Technologieführers der Branche hat die DVAG zudem frühzeitig auf Tablets als Vertriebsinstrument gesetzt – Ostern 2010 kampierte sogar ein Mitarbeiter in der Schlange am New Yorker Times Square, um zwei brandneue „iPads“ von Apple zu kaufen und umgehend nach Frankfurt zu fliegen und so frühestmöglich mit der konkreten  Überprüfung der Kompatibilität zu starten. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen mehr als zehn Mitarbeiter, die Apple-Apps etwa zur Rentenberechnung für den Vertrieb entwickeln. „Hätten wir keine eigene App-Entwicklung, wären wir sicher kostengünstiger unterwegs“, sagt IT-Vorstand Glanz, „aber dann würden wir heute dem Markt hinterherlaufen.“ Insofern sei es auch nicht sinnvoll, bei der Bewertung der IT allein auf die absoluten Kosten zu schauen.

Dass es überhaupt zu einer umfassenden Standortbestimmung der IT kommen konnte, kostete die IT-Controller der DVAG viel Vorarbeit: „Wir mussten erst einmal die passenden Kennzahlen identifizieren, erheben und für den Vergleich in Form bringen“, erinnert sich Stefan Böff, der Leiter des IT-Controllings. Die hohe Effizienz der IT ließe sich mit Kostenbewusstsein allein nicht erklären: „Natürlich verhandeln wir unsere Verträge recht hart und gehen gerne auch ins Jahresendgeschäft der Lieferanten“, sagt Böff. Neben dem Verhandlungsgeschick habe es die IT aber vor allem geschafft, individuelle Anwendungen als Standard im Unternehmen zu etablieren. Statt viele simple Lösungen von der Stange zu nutzen, von denen jede einzelne vermeintlich günstig ist, setzt die DVAG auf umfassende und extra angepasste Anwendungen, die dem Geschäft Vorteile bieten. Dafür wird konsequent konsolidiert, berichtet IT-Controller Böff: „Das Online-System auf Basis von Smart Client-Technologie oder die Beschränkung auf Tablets von Apple machen den Pflegeaufwand relativ erträglich.“

Allerdings gilt auch für eine effiziente IT: Der Weg ist das Ziel. Durch einen Folge-Benchmark will IT-Vorstand Glanz nun verifizieren, dass die guten Zahlen des ersten und zweiten Durchgangs „keine Zufallstreffer“ waren, zumal in der Zwischenzeit Volumen und Komplexität der IT weiter gestiegen sind. Auch hier sieht Glanz einen Leitspruch seines Unternehmens bestätigt: Früher an später denken. Und er ist überzeugt: „Das gilt nicht nur für die persönliche Altersvorsorge und Risikoabsicherung, sondern auch für den kontinuierlich erarbeiteten IT-Vorsprung der Deutschen Vermögensberatung, den wir weiter vorantreiben werden.“

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