Andritz - Ein gutes Gefühl für SAP-Kosten

DI Klaus Glatz, CIO bei Andritz
DI Klaus Glatz, CIO bei der Grazer Andritz AG

Der österreichische Technologiekonzern Andritz hat den Aufwand und die Leistungen in seiner SAP-Umgebung durch zwei Benchmark-Projekte überprüft. Im Fokus standen interne Kosten und Verrechnungspreise sowie ein Outsourcing-Abkommen für die SAP-Infrastruktur.

Software aus dem Hause SAP wird in vielen Unternehmen intensiv genutzt und bildet folglich einen großen Kostenblock im IT-Budget – der österreichische Maschinenbau- und Technologiekonzern Andritz AG ist da keine Ausnahme. Befriedigend ist die Situation jedoch nicht: „Wir wollten endlich wissen, wo wir mit den Kosten rund um unser SAP-System im Vergleich liegen und wo wir uns gezielt verbessern können“, erinnert sich Dipl.-Ing. Klaus Glatz, CIO bei Andritz, an die Situation vor dem Benchmark. In den Jahren zuvor hatte der Grazer Konzern Dutzende Unternehmen aufgekauft und integriert, so dass die ERP-Umgebung rasant angewachsen war.

Und auch bei Andritz schwebt immer die Frage im Raum: Value for money – was bekommen die Geschäftsbereiche für ihr Geld? „Wir tun viel, um unsere Leistungen und Preise transparent zu gestalten“, berichtet CIO Glatz aus der Praxis. Vor fünf Jahren habe es noch eine traditionelle Verrechnung des IT-Aufwands gegeben, also „mit der Gießkanne“. Dann wurden die Kosten verursachergerecht kalkuliert und somit fairer verteilt. „Diese Transparenz – von der Qualität über die Komplexität, das Volumen und den Preis der Services – ist eine wesentliche Grundlage, um den Wertbeitrag der IT darzustellen“, so Glatz.

Im Rahmen eines Benchmark-Projekts analysierte Maturity die gezahlten Marktpreise für die SAP-Infrastruktur, die Andritz von seinem IT-Dienstleister bezieht. Zudem wurden interne Verrechnungssätze bewertet, die den Andritz-Geschäftsbereichen von der eigenen IT in Rechnung gestellt werden. In einem zweiten Benchmark-Modul kamen schließlich die Kosten und die Produktivität der Andritz-IT sowie ihrer Personalressourcen bezüglich der SAP-Basis, des Supports und der SAP-Entwicklung auf den Prüfstand. „Andritz war in der Lage, alle Informationen zum Leistungsinhalt und den Kosten quasi auf Knopfdruck in der erforderlichen Granularität zu liefern“, sagt Gerold Hauer, Managing Consultant und Projektleiter bei Maturity. Durch die gute Vorarbeit der Projektverantwortlichen hielt sich der Aufwand des Unternehmens für die Benchmark-Analysen in engen Grenzen.

Entwicklung und Support unter Plan

Während die ausgelagerte Infrastruktur und die SAP-Basis im Vergleich hervorragend abgeschnitten haben, offenbarte sich Verbesserungspotenzial in der Entwicklung und dem Support für SAP. „Der Benchmark hat uns präzise gezeigt, auf welche Stellen wir uns konzentrieren müssen“, sagt IT-Manager Glatz. Exemplarisch genannt seien hier das Betriebsmodell für die Ticket-Bearbeitung durch Support-Mitarbeiter und der überdurchschnittlich hohe Anteil großer SAP-Entwicklungen. Auch wurde erkennbar, dass der vermeintlich lukrative Outsourcing-Deal nicht ohne Risiken ist: „Wir lassen dem Partner sehr wenig Spielraum, um flexibler zu agieren“, räumt der CIO ein. „Dadurch haben wir uns sicher auch das eine oder andere Problem eingehandelt.“

Die Qualität des Maturity-Benchmarks samt der detaillierten Erhebung der Kosten und der Peergroup-Auswahl sei überzeugend gewesen, bilanziert IT-Chef Glatz: „Eine typische Kennzahl, wonach in der Industrie zwei Prozent des Umsatzes für IT ausgegeben werden, ist viel zu ungenau.“ Schließlich hätten die Struktur und die Strategie des Unternehmens einen großen Einfluss auf die Ausprägung, die Komplexität und damit auch die Kosten der IT. Nur mit detaillierten Fragen wird es folglich präzise Antworten geben, oder wie CIO Glatz es formuliert: „Ohne Anstrengung kann ich nicht die volle Transparenz erhalten.“

Download des Anwenderberichts IT-Benchmark bei Andritz als PDF-Datei

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