BBS - Fragen an: Karl-Albert Bebber

Karl-Albert Bebber ist Leiter der Abteilung Solutions & Applications im Geschäftsbereich „Human Resources Services“ der Bayer Business Services GmbH (BBS). Dieses Tochterunternehmen des Bayer-Konzerns ist ein Full-Service-Anbieter für IT-basierte Dienstleistungen in den Kernbereichen IT und Telekommunikation, Einkauf und Logistik, Personal- und Managementdienste sowie Finanz- und Rechnungswesen.

„Insgesamt haben wir die Empfehlungen von Maturity nach Möglichkeit schon kurzfristig umgesetzt und mittlerweile greifen auch die mittelfristigen Empfehlungen.“

Herr Bebber, die Bayer Business Services GmbH unterstützt interne und externe Kunden bei ihren Geschäftsprozessen mit innovativen Serviceleistungen. Sie haben kürzlich ein Benchmarking-Projekt durchgeführt. Warum wählten Sie den Bereich HR-Services dafür aus?

Wir wollten wissen, wo wir im Markt mit unserem Leistungsportfolio stehen. Den Bereich HR-Services haben wir für das Benchmarking ausgewählt, weil sich dieses Geschäftsfeld immer stärker in Richtung Drittmarkt ausweitet und damit – wenn Sie so wollen – „neue“ Märkte betritt: Eine gute Gelegenheit, den eigenen Standpunkt festzustellen und gegebenenfalls neu auszurichten.

Was versprachen Sie sich von einem Benchmarking?

Benchmarking macht nur Sinn, wenn es in gewisser Kontinuität stattfindet. Nur dann kann man sehen, wie sich das eigene Leistungsportfolio dauerhaft im Marktvergleich entwickelt. Deshalb ist das auch nicht unser erstes Projekt mit Maturity. Während wir im ersten Projekt klassische Prozesse wie z.B. Gehaltsabrechnungen untersucht haben, hat das zweite Projekt sehr viel weiter ausgeholt.

Was sollte im zweiten Projekt konkret überprüft werden?

Hier wollten wir herausfinden, wo wir mit unserem Serviceportfolio im Markt stehen – nicht nur preislich, sondern auch im Hinblick auf die Produktstrukturen. Denn was nutzt dem Kunden eine günstige Serviceleistung, wenn sie den inhaltlichen Ansprüchen nicht genügt? Deshalb wurde unter anderem geprüft, wie unsere Leistungen konkret aussehen, was sie beinhalten und ob die richtigen Serviceprodukte in marktkonforme Pakete gebündelt werden. Aber natürlich standen auch unsere Preise auf dem Prüfstand.

Waren Sie mit dem Ablauf des Benchmarking- Projektes zufrieden?

Am Anfang gab es gewisse „Findungsschwierigkeiten“, man spricht zuweilen unterschiedliche Sprachen. Aber schon während der Startphase des Projektes hatten wir große Lerneffekte. Nach dieser ersten Phase konnte das Projekt mit einer klaren Aufgabenteilung dann zügig durchgeführt werden. Ausschlaggebend war hier meiner Ansicht nach die besondere Vorgehensweise von Maturity: Die haben die notwendige Datenbasis in Workshops gemeinsam mit uns erarbeitet und nicht – wie häufig üblich – per Fragebogen. Das hat den Vorteil, dass wirklich alle notwendigen Informationen erfasst werden und bei missverständlichen Aussagen direkt nachgefragt werden kann. Fragen wie „Was heißt nach unserem Verständnis IT-Service?“ wären mittels Fragebogen allein nur unklar zu beantworten. Die Workshops bergen zwar einen erheblichen Kommunikationsaufwand, sind aber unverzichtbar für eine saubere Datenbasis und das gegenseitige Verständnis der Arbeitsweise.

Und was war das Ergebnis?

Zunächst einmal fand ich die Aufbereitung der Ergebnisse sehr gelungen. Wir wurden nicht nur am Anfang gut darauf vorbereitet, was zu tun ist. Auch die Ergebnisse haben wir in einem Workshop gemeinsam mit Maturity durchgearbeitet und damit alle offenen Fragen zur Zufriedenheit aller Beteiligten klären können. Auch inhaltlich waren wir mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Im Vergleich zur Peergroup liegen wir mit der Preisgestaltung im günstigsten Viertel, aber natürlich gibt es auch hier noch „room for improvement“. Was die Leistungsbündelung anbelangt – also die Produktstruktur – können wir uns noch steigern. Wir müssen die Servicepakete noch marktgerechter schneidern und auch Minimallösungen anbieten. Das war eine besonders wichtige Erkenntnis: Maßgeschneiderte, sozusagen modulare „Servicehäppchen“ sind am Markt gefragt. Bei einer Gehaltsabrechnung wäre dies z. B. die reine Errechnung des Gehaltes – das bieten wir neuerdings als modularen Service-Baustein an. Insgesamt haben wir die Empfehlungen von Maturity nach Möglichkeit schon kurzfristig umgesetzt, und mittlerweile greifen auch die mittelfristigen Empfehlungen.

Welchen Nutzen haben Sie insgesamt aus dem Projekt gezogen?

Wir haben mit dem Projekt die Voraussetzungen für eine marktgerechte Ausrichtung geschaffen. Das Benchmarking war auch im Hinblick auf unsere Kundenbeziehungen hilfreich. Häufig werden Benchmarking-Projekte von Dienstleistern und Kunden gemeinsam angestoßen, um zu prüfen, ob die Leistungen marktkonform sind. Wir denken anders: Um für beide Seiten faire Leistungen und Preise bereitzustellen, haben wir als Dienstleister das Benchmarking selbst initiiert und kommen damit unseren Kunden entgegen. Und die Ergebnisse fließen nicht nur in neue Verträge ein, auch bei bestehenden Verträgen suchen wir das Gespräch mit dem Kunden, um auch hier faire Verhältnisse sicherzustellen. Das fördert eine langfristig gute Beziehung zwischen Dienstleister und Kunden.

Wohin entwickelt sich der HR-Service Ihrer Meinung nach?

Wir sind mit unseren Personaldienstleistungen vor rund drei Jahren eher deutschlandlastig gestartet. Mittlerweile sind wir weltweit tätig. Heute sind globale Services gefragt, man muss an den wichtigsten internationalen Standorten vertreten sein und auch die Serviceerbringung im Ausland verbessern. Funktionierende Netzwerke und Erfahrung im internationalen Bereich stärken die eigene Marktposition. Natürlich gilt es auf internationalem Niveau, ebenfalls Marktkonformität zu beweisen. Also werden auch im internationalen Geschäft Benchmarking-Projekte notwendig sein. Als besonders wichtig erachte ich dabei, dass man auch in diesem Bereich nach der gleichen Methodik – sprich mit dem gleichen Benchmarker – zusammenarbeitet wie auf nationaler Ebene. Und da wir mit der Methodik und dem Know-how von Maturity sehr zufrieden sind, bin ich auch bezüglich einer globalen Zusammenarbeit mit Maturity sehr zuversichtlich.

Wie wird sich die Globalisierung auf die bereitzustellende Leistung auswirken und welche Herausforderungen birgt das?

Es gilt aus einer Hand globalen Service anzubieten. Wir als Konzerntochter haben hier mit der globalen Konzernstruktur erhebliche Vorteile. Aber nicht nur strukturell müssen die Voraussetzungen stimmen, um international erfolgreich zu sein, auch die Mitarbeiter müssen dazu bereit sein. Und dazu gehört, neben globalem Know-how das lokale Know-how nicht zu vergessen. Frei nach dem Motto: „Think global, act local!“

Herr Bebber, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Weitere Informationen

Download des Interviews "IT-Benchmark bei Bayer Business Services" als PDF-Datei

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