ImmobilienScout - Von Prozessen und Interessen

André Nawojan, Head of Corporate IT, Immobilien Scout GmbH
André Nawojan, Head of Corporate IT, Immobilien Scout GmbH

Der Online-Marktplatz ImmobilienScout24 wächst, die interne IT-Nachfrage auch. Corporate IT-Chef André Nawojan ließ durch einen Benchmark-Vergleich von Maturity das Verhältnis der eingesetzten Ressourcen und erzielten Leistungen überprüfen.

Die Zahl der Nutzer, die Ansprüche an die Dienstleistungen der Corporate IT, die Vielzahl der Gerätetypen – alles nimmt zu. „Und damit natürlich auch die Arbeitsbelastung der IT-Mitarbeiter“, sagt André Nawojan, Head of Corporate IT der Berliner Immobilien Scout GmbH. Mit derzeit 16 Spezialisten betreut der Manager seit gut zwölf Jahren die Inhouse-IT des einstigen Internet-Startups, das inzwischen offiziell zur Deutschen Telekom gehört, sich aber die Mentalität der Eigenständigkeit bewahrt hat. Rund 500 Nutzer im Hauptquartier greifen auf Services für ERP, Dokumenten-Management, Intranet und Office-Programme zu. Die Website mit ihrem Produktionsbetrieb, der dazugehörigen Entwicklung sowie der Qualitätssicherung bildet einen eigenen IT-Bereich.

Zu hoher Ressourcenverbrauch in der Corporate IT? Im Gegenteil - Nawojan wollte auf Nummer sicher gehen und das Bauchgefühl durch harte Fakten eines Benchmark-Vergleichs belegen: „Plakativ gesagt, fehlten mir zwischenzeitlich 2,3 Vollzeitstellen bei unserem Arbeitsvolumen“, beschreibt der IT-Leiter eine zentrale Aussage des Leistungsvergleichs durch Maturity. Untersucht wurden die Client-Services, der Server-Betrieb, Storage, User Helpdesk, das RZ- sowie das Office-LAN und die IT-Prozesse. Eine Mitarbeiterbefragung rundete das Benchmark-Projekt ab.

Er wollte neutrale Resultate von einer externen Instanz berechnen lassen, berichtet Nawojan. Die Bilanz: „Wir mussten handeln, um die Qualität der Services und Arbeitsprozesse sicherstellen zu können.“ Und wäre das Ergebnis anders ausgefallen? „Auch wenn man vor Überraschungen nie gefeit ist – die Lücke war letztlich sogar etwas größer, als ich befürchtet hatte“, erinnert sich der studierte Bauingenieur.

Optimierungspotenzial

Neben den Argumenten für die interne Diskussion mit dem Management förderten Benchmark und Mitarbeiterbefragung aber auch direktes Verbesserungspotenzial zutage. Nawojan zufolge betraf dies etwa die Anforderung von Client-Hardware oder die unzureichende Transparenz im Service-Desk: „Damit konnten wir Schritt für Schritt arbeiten, das hat uns weitergebracht.“ Zudem warf der Benchmark die Frage auf, ob die Corporate IT von ImmobilienScout24 in einigen Bereichen wie etwa dem Server-Betrieb „zu individuell und zu flexibel“ auf Anforderungen reagiert und sich dadurch das Leben schwer macht, sagt Nawojan. Dies müsste unter Umständen durch Prozess-Workflows abgefangen werden.

Die Begrenzung der Flexibilität bringt in der Regel langfristig Einsparungen mit sich. Allerdings müsse er auch die Kultur des Unternehmens berücksichtigen, argumentiert der IT-Leiter: „Wir sind zwar kein Startup mehr, aber wir haben durchaus als Internet-Company einen anderen Anspruch als Konzerne.“ Nicht verknöchert und in Prozessen gefangen, sondern flexibel und technologieorientiert. Diesen „Zoo von Systemen“ muss man sich leisten wollen. Verschiedene Server, PCs, Smartphones, Betriebssysteme und natürlich auch die inzwischen obligatorischen iPads für den Vertrieb bringen dem IT-Quereinsteiger Nawojan aber auch einen persönlichen Vorteil: „Das macht die Arbeit irgendwie erst richtig interessant.“

Download des Projektberichts IT-Benchmark bei ImmobilienScout24 als PDF-Datei

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